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Geschichte Nummer 7

From Zero to Hero

Armut, kein Zuhause. Heute ist es unvorstellbar für mich. Am 25. März 1701 kam ich mit meiner Familie, völlig ausgehungert und müde von der langen Seereise, in der neuen Welt an. Unser Ziel: Die Stadt Holmhausen. Dort wollten wir ein neues Leben beginnen und die Gedanken von Krieg und Armut hinter uns lassen. Ich lag in meiner Koje, döste noch vor mich hin, als mein Sohn Hendrik in den Raum kam. "Papa, du ahnst nicht, was passiert ist!", rief er laut. "Land in Sicht!" Ich schoss hoch, blickte aus dem Fenster. Ich sah Wasser, Wasser, Wasser. Aber hinten am Horizont, da tauchte eine Insel auf. Ich sprang aus dem Bett und betrat das Deck. Meine Frau stand an der Reling und guckte nach vorn. Ich ging zu ihr. "Da vorn, die Insel! Der Ausguck hat mir gesagt, dass das Holmhausen wäre!" Und tatsächlich tauchten die Türme von Holmhausen auf. Je näher wir kamen, desto bedrohlicher wirkte die Stadt. So langsam fragte ich mich, ob es falsch war, hier einzulaufen. Das Kontor tauchte auf, es sah alt und zerfallen aus. Manche Fenster waren mit Brettern vernagelt, andere hatten keinen Rahmen mehr. Wir legten an, Hendrik stürmte sofort aufs Land. Aber er kam nicht weit. "Halt!", befahl ein Soldat. "Ihre Genehmigung" "Ach so!" Ich rannte von Bord und zeigte dem Kontrolleur unsere Pässe. "Gut, ihr dürft passieren." Wir gingen mit all unserem Gepäck auf das Kontor zu, das der einzige Durchgang durch die Stadtmauer war. Innen sah er genauso verfault und alt aus wie außen. Als wir am Tor ankamen, viel mir ein Stein vom Herzen. Durch die Tür hindurch sah man die ersten Häuser von Holmhausen. Es waren fast alle Aristokratenhäuser mit grünen Dächern. Wir gingen auf den Weg, der zum Dorfzentrum führte. Hendrik kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Früher hatten wir in einem Pioniershaus gelebt, alle in einem Zimmer. Nun sah Hendrik die großen Häuser, und er konnte es gar nicht erwarten, unser Haus zu sehen. Am Dorfzentrum fragte ich nach dem Weg. Man erklärte mir, dass noch sehr weit sei, bis zum anderen Ende der Insel. Also kauften wir noch etwas Nahrung ein und marschierten los. Je weiter wir kamen, desto erbärmlicher wurde es. Die schönen Aristokratenbauten waren verschwunden, nun waren es nur noch Bürgerhäuser. Ich sah Hendrik an, dass er enttäuscht war, aber ich konnte nichts ändern. Stunden vergingen. Wir wanderten über grüne Wiesen, steinige Feldwege und wateten durch Seen. Nun kam etwas Zivilisation ins Spiel. Ich schaute nach links, und da war es, unser neues Heim. Es war ein einfaches Siedlerhaus, aber besser als vorher. Direkt neben an lag das Dorfzentrum, es sah etwas anders aus, als das beim Kontor. Ich hörte es schluchzen. Neben mir hatte Hendrik angefangen zu weinen. Als ich ihn fragte, was denn sei, rannte er wortlos ins Haus. Ich zuckte mit den Schultern. Da hörte ich laute Trompeten. Meine Frau winkte mir zu, und bedeutete mir mitzukommen. Auf dem Dorfzentrum war etwas los, man konnte durch die Menschen kaum etwas sehen. Ich ging näher heran. Und ich konnte es kaum fassen: Die Königin war da. Das Volk jubelte ihr zu. Dann trat ein Sprecher vor und sprach: "Liebes Volk! Unser Herrscher, ihre Majestät, wird bei ihrer Abreise eine Rede halten. Demjenigen, dem es gelingt, die Königin mit seiner Rede zu überzeugen, wird Ruhm und Reichtum gebühren. Möge der Bessere gewinnen!" Das ist die Chance, dachte ich. Jetzt oder nie. Ich stürmte ins Haus und setzte mich sofort an den Tisch, nahm ein Pergament und eine Feder und begann zu schreiben. Ich schrieb bis zum Abend. Als ich mir dann mein Geschriebenes noch einmal durchlass, wurde mir klar, was ich da geschrieben hatte. Ich zerknüllte das Pergament und begann von vorne. Gegen Mitternacht lag ich die Feder weg und legte mich ins Bett.
Am nächsten Morgen schlief ich bis in den Frühen Vormittag. Ich aß etwas und machte da weiter, wo ich aufgehört hatte. Zum Mittagessen wurde ich fertig, las mir alles noch einmal durch. Ich war zufrieden. Nach dem Essen brachte ich die Rede dem Sprecher. Dieser erklärte mir, dass derjenige gewinnt, dessen Rede gehalten wird. Ich ging in die Kapelle und betete für meinen Entwurf. Drei Stunden betete ich. Dann ging ich zurück ins Haus, und lies die Nacht herein brechen. Dann war es soweit: Der Tag, an dem die Königin die Rede hielt, war gekommen. Ich ging auf das Dorfzentrum. Dort war die Königin bereit, die Rede vorzulesen. Ich begann zu hüpfen, um etwas zu sehen. Dann begann sie:

Liebes Volk! Ich freue mich, hier in Holmhausen zu sein. Durch euer strategisches Geschick, und unsere Finanziellen Spritzen habt ihr es weit gebracht. Und deshalb, nur deshalb, erkläre ich euch hiermit die Unabhängigkeit, die euch mehr Freiheit gibt, aber auch neue Pflichten. Möge das Glück euch Hold sein.

Ich begann zu jubeln. Das war meine Rede, allerdings etwas gekürzt. Aber die Queen wollte noch etwas sagen.

 

Der Gewinner von Ruhm und Ehre ist Charles Jorgensen! Möge dieser vortreten.

Ich drängte mich nach vorne zur Königin. Am Thron angekommen,
beglückwünschte mich die Königin und gab mir einen riesigen Sack Gold.
Ich konnte es kaum fassen. Mir jubelte das Volk zu, das arm wie die Kirchenmaus
war. Mir, der eben Reich gewordene. Mein Sohn Hendrik stürmte heran. Er weinte,
allerdings vor Freude. Er sprang mir in die Arme. Eines war klar, ab sofort
würden wir in einem Aristokratenhaus wohnen. Und mir war zu diesem Zeitpunkt
noch nicht klar, dass ich meinen Sohn Hendrik später selbst einmal in die neue
Welt entsenden würde, wo er selbst Kolonien gründen würde, wie Holmhausen.
Ja, dass waren noch Zeiten, damals ANNO 1701!

Autor: Felix S.

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