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Geschichte Nummer 13

Auf in eine neue Welt

"Schiff Ahoi!" Die Meldung lies alle zusammen zucken. Nicht etwa weil die Meldung aufregend war. Eher weil der Seemann im Krähennest ein beeindruckendes Organ als Lunge hatte, welches einem Lautsprecher Konkurrenz gemacht hätte, wäre dieser schon erfunden worden. "Welche Art von Schiff?", brüllte der Kapitän zurück. "Sieht aus wie ein Forscherschiff. Ich kann minimale Bewaffnung sehen. Den Masten nach zu urteilen ist es wohl auch recht flott."

"Nationalität?"
"Hat eine englische Flagge."

"Na super," brummte der Kapitän, "wohl wieder einer dieser Trottel die von 'ihrer Majestät' losgeschickt wurden um die Inseln hier draußen zu besiedeln." Murmelnd schlenderte er Richtung seiner Kabine. "OK Leute, dann lasst uns diesen Naivlingen mal einen Besuch abstatten." Er öffnete die Tür und drehte sich zu seiner Besatzung. "Setzt Segel, bemannt die Kanonen, bla, bla... ihr wisst was ihr zu tun habt." Er ging hinein. "Ach ja: und hisst die Flagge!".

"Schiff Ahoi!" Diese Meldung lies alle zusammen zucken. Nicht etwa weil der Seemann im Krähennest ein beeindruckendes Organ hatte, sondern weil die Meldung Aufregung versprach. "Welche Art von Schiff?", wollte der Kapitän wissen. "Sieht aus wie... ich habe nicht die geringste Ahnung!", gab der Ausguck zu. "Sieht aus wie ein Frachter, aber mit starker Bewaffnung. Das kann alles sein." "Was ist denn das für eine Antwort?", wollte der Kapitän wissen. "Wenn ich so was nochmal höre schrubbst du die Planken! Das ist immerhin dein Job so etwas zu wissen!" "Hey, du weißt das mein Fernrohr gestern zerbrochen ist!" Plötzlich klang Panik in seiner Stimme mit. "ähm, die drehen auf uns zu und nehmen fahrt auf!" Besorgte Falten bildeten sich auf der Stirn den Kapitäns. Weder konnte die Seefalke volle fahrt aufnehmen, noch einem ernsteren Gefecht stand halten. Nicht mir seiner halben Besatzung, von Krämpfen gebeutelt, unter Deck liegend. Wenn Fleisch anfängt zu stinken, sollte man es nicht mehr essen. Diese Erkenntnis brachte dem Koch ein kaltes Bad ein – und eine Chance den Weltrekord im Dauerschwimmen zu brechen, sollte er je Land erreichen.

Und der Rest der Leute an Bord konnte er nicht einsetzen. Seine 'Fracht' bestand fast nur aus einfachen Leuten. Vor allem aus Handwerkern und ein paar Verwaltern. Zusätzlich noch ein paar Rohstoffe für einen Kontor und kleinere Gebäude und Hütten. Eine neue Kolonie wollen die gründen. Na ja, dachte sich der Kapitän, wenn es ihnen Spaß macht. "Na gut! Stoppt das Schiff! Dreht bei, so das wir mit Backbord dem Schiff gegenüber stehen. Und dann alle verfügbaren Mann an die Backbordkanonen!" Von Besorgnis war in seiner Stimme nichts zu hören. Wenn er jetzt Angst zeigte würde er seine Mannschaft demoralisieren. "Lasst uns vorbereitet sein! Vielleicht wollen die ja auch gar nichts von uns." Gewussel brach aus, jedoch keine Hektik. Jeder wusste was er zu tun hatte. "Was ist los?" meldete sich eine Stimme hinter dem Kapitän. Einer der Verwalter, erkannte der Kapitän. Ist das nicht der Anführer von diesen Pfeifen, fragte er sich. "Ein unbekanntes Schiff nähert sich uns und wir sind unterbesetzt. Wir können also nichts weiter tun als zu hoffen das die uns kein übel wollen, Sir." "Und deshalb halten wir an? Sollten wir nicht machen das wir hier wegkommen?" Die Panik in seiner Stimme war nicht überhörbar. "Hätte ich meine gesamte Mannschaft, würde ich das auch machen, Sir. So müssen wir uns jedoch in eine Position bringen in der wir überlegen sind, sollte es zu einem Kampf kommen." "Aber ..." Der Kapitän lies ihn nicht ausreden und zückte seinen Säbel. "Vertraut mir. Ich weiß was ich tue!" "Das will ich hoffen, Sir. Ihre Majestät, die Königin von..." Wieder lies ihn der Kapitän nicht ausreden. "Ihr habt nicht zufällig ein Fernrohr dabei, oder?" "äh, nein", kam die etwas verstörte Antwort. "Was ich sagen wollte: Die Majestät, die Königin von E.." "Das ist schade, wir hätten das jetzt brauchen können um zu sehen mit was wir es zu tun haben." "Die Majestät, die Königin von England, hat mich persönlich zu dieser Mission auserwählt! Ein scheitern so früh nach beginn ist nicht akzeptabel! Dafür ist diese Mission viel zu wichtig!" "Ja, ja, bla, bla... ich habe gerade keine Zeit für so etwas.", winkte der Kapitän ab. Hast du nicht eher eurer Majestät so lange zugelabert bis sie dir ein Schiff, mein Schiff, gegeben hat um hier draußen eine Insel zu besiedeln? Im Moment interessiert sich euer Majestät wohl kaum für euch und eure Mission. Euer Majestät wird erst Interesse haben wenn ihr tatsächlich Erfolg habt und Gewinn erwirtschaftet. Aber seine Gedanken sprach er nicht laut aus. Er führte ihn auch nicht weiter und schenkte seine ganze Konzentration nun dem näher kommenden Schiff. "Die hissen eine Flagge!", meldete sich der Ausguck."Eine schwarze Flagge mit etwas weißem drauf" "'Eine schwarze Flagge mit etwas weißem drauf'?", äffte der Kapitän nach. "Ohne dein Fernrohr bist du blind wie ein Maulwurf, oder?" "Jetzt werden wir mal nicht persönlich!", schnappte der Ausguck.

Das Schiff kam immer näher. Meter um Meter pflügte es sich durch die wellige See. Meter um Meter nahm die Anspannung auf der Seefalke zu. Niemand sprach. Jeder an Bord starrte zu dem sich nähernden Schiff, in der Hoffnung etwas zu entdecken das Entwarnung versprach. Unter Deck wurden die Kanonen in Stellung gebracht und mit Schwarzpulver und schweren Bleikugeln gefüllt. Auch hier sprach niemand. Jeder wusste was er tat. Und niemand wollte über das näher kommende Schiff spekulieren. Das brachte Unglück. Der Wind stand günstig für das unbekannte Schiff. Mit vollen Segeln wurde es schnell größer. Doch niemand konnte die 'schwarze Flagge mit etwas weißem drauf' klar sehen, da sie mit dem Wind flatterte. Und niemand konnte jemanden von der Besatzung sehen. Unter den Kolonisten lagen die Nerven blank. Sie rotteten sich in einer Ecke des Schiffs zusammen und beteten das sie alles gut überstehen würden. Gemurmel brach aus als ein Kolonist leise anfing zu weinen. Plötzlich: Seitenwind! "Ich kann die Flagge sehen!", schrie der Ausguck. "Händler!" kam die freudige Botschaft. "Es sind nur Händler! Keine Gefahr für uns! Nur Händler!"

Als die Schiffe kurz darauf ruhig nebeneinander her fuhren sah der Händler in die vor Aufregung gezeichneten und misstrauischen Gesichter. Hoppla, dachte er, die dachten wohl wir sind nicht die, die wir sind. "Hmmm... ich glaube wir sollten die Flaggengestalltung noch einmal überdenken.", murmelte der Kapitän seinem erstem Offizier zu. "Ich glaube die könnte auf Entfernung falsch verstanden werden." Er blickte nach oben um die Flagge zu betrachten:

Ausverkauf! Freier Händler Reduzierte Waren Stoffe Ziegel Öl Fleisch Werkzeug

Die Schultern zuckend wandte er sich an den ersten der wie ein Kapitän aussah. "Hallo und willkommen bei den kleinen Preisen!", in der Stimme des Händlers lag die pure Freundlichkeit. "Ich hoffe wir haben euch nicht erschreckt. Unsere Flagge bedarf noch etwas überarbeitung." Er räusperte sich verschämt. "Ich bin der Freie Händler und freue mich jetzt schon darauf mit euch Geschäfte zu machen." Er blickte sich um. "Darf ich fragen was ihr in diesen Gewässern sucht?" "Nun Händler, ihr könnt von Glück sprechen das wir euch nicht versenkt haben." Des Kapitäns Stimme klang immer noch angespannt. "Euer auftreten hat uns in der Tat ein wenig erschreckt." Der Verwalter übernahm das Wort. "Wir sind hier auf Geheiß von eurer Majestät, der Königin von England!" Er übersah das der Kapitän wie auch der Händler die Augen verdrehte. "Unsere Mission ist die Besiedlung der Inseln in diesen Gewässern und die Gründung einer Kolonie! Helft uns und ihr werdet reich belohnt." Oh ja, dachte der Händler, reich werde ich. Aber nicht weil ihr so gnädig seid, sondern weil ich euch saftige Preise für meine Waren zahlen lasse. Er lachte in sich hinein. Ich wette ihr habt zu wenig Werkzeug dabei. "Gewiss." Er klopfte dem Verwalter auf die Schulter. "So nehmt die Koordinaten einer kleinen aber schönen Insel als Entschuldigung für mein Auftreten. Sie wäre der perfekte Ausgangsort für eure Mission." Und zudem relativ nah an meinem Lager. Damit ich euch auch immer im Auge habe und euch genau die Waren anbieten kann die ihr braucht. Er fing an zu grinsen. "Sie ist besonders reich an Rohstoffvorkommen. Ihr Name ist 'Blockthal'. Wunderschön nicht?" "Es gibt schönere.", murmelte der Kapitän.
Der Verwalter ignorierte den Kapitän. "Ich danke euch!
Gerne nehme ich euer Geschenk an und freue mich auf weitere
Geschäfte mit euch. Ich weiß genau wenn ich
jemandem treuen kann." Er wandte sich an den
Kapitän. "Kapitän, setzt Kurs sobald ihr
die Koordinaten habt! Auf nach Blocktahl!" Sein Blick
wanderte in Richtung Horizont und er sah somit wieder nicht
die stöhnende Grimasse des Kapitäns und das
auffällige Grinsen des Händlers. "Auf in eine neue Welt!"

Ende (bzw. Anfang)

Autor: Markus H. aus Rimpar

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