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Geschichte Nummer 10

Eine Reise ohne Wiederkehr

Wir schreiben das Jahr 1705. Ich stehe an der Reling meines geliebten Schiffes der St. Georg, das mich nun schon durch so viele Gefahren sicher geleitet hat. Die Sonne beginnt gerade damit vor mir ins Meer einzutauchen und der Nacht Platz zu machen. Ich denke an die hinter mir liegenden Ereignisse zurück. Ereignisse, die vor fast genau vier Jahren ihren Lauf nahmen. Es verwundert mich, dass seit diesem Tag nur vier Jahre vergangen sind.

Es war ein regnerischer Tag im März, wie er für England typisch ist. Mein Bruder und ich stiegen aus unsere Kutsche hinaus und beeilten uns den Eingang des Palastes zu erreichen. König Wilhelm der dritte persönlich hatte uns in sein Schloss eingeladen, um mit uns über unser Vorhaben zu sprechen.
"Guten Tag. Ich hoffe die Herren Smith haben eine angenehme Fahrt hierher gehabt." begrüßte uns Sir Walter Henry, der Hofmarschall des Königs.
"Naja die Straßen waren mal wieder mehr als schlecht. Ich werde mir von dem Geholper irgendwann einmal noch das Kreuz brechen. Auf meinem Schiff reist es sich da entscheidend bequemer." antwortete mein Bruder Robert.
"Da mögt ihr vielleicht Recht haben, mir aber ist die Reise mit dem Schiff noch nie gut bekommen. Deshalb ziehe ich das Land dem Wasser vor und Fliegen können ja nur die Vögel." erwiderte der Hofmarschall und führte uns in den Thronsaal.
"Seid gegrüßt, meine Herren. Würde es euch etwas ausmachen eure Bitte in aller Kürze vorzutragen? Ich habe weniger Zeit als erwartet." begrüßte uns der König. Er klang aber dabei wesentlich ablehnender als die Einladung hätte vermuten lassen müssen.
Ich verlor schon jede Hoffnung, als mein Bruder das Wort ergriff.
"Wie Ihr es wünscht, mein König. Zuerst einmal möchte ich euch mit der Vorgeschichte vertraut machen. Wie Ihr sicher wisst handeln wir mit Waren aller Art. Während unser letzten überfahrt von Afrika in die neue Welt stießen wir etwa auf halbem Weg auf eine Gruppe Inseln. Alle waren unbewohnt und bei unserer Erkundung stießen wir auf fruchtbare Böden und wertvolle Mineralien.
Unser Wunsch ist nun diese Inseln zu besiedeln. Allerdings fehlt uns das Geld und auch die Mittel.
Deshalb sind wir zu euch gekommen. Wir bitten Euch, nein wir flehen Euch an, unterstützt unser Vorhaben und helft uns den Ruhm Englands auszubauen."
In dieser kleinen Ansprache und in der darauf folgenden kleinen Konversation mit dem König nutzte mein Bruder mal wieder geschickt sein Redetalent und konnte den König schließlich doch noch überzeugen.

Einige Tage später machten wir zwei Schiffe bereit, die Star-of-the-Sea, das Schiff meines Bruders und die Interceptor, ein Schiff, das uns der König zu Verfügung gestellt hatte. Innerhalb kurzer Zeit verluden wir große Mengen an Lebensmittel und Werkzeugen auf die Schiffe und mein Bruder segelte mit den beiden Schiffen, einigen Männern und auch wenigen Frauen und Kindern los. Währenddessen blieb ich noch in London, um auf einige wichtige Werkzeuge, die der König zu Verfügung stellen sollte, zu warten. Ich sollte in einiger Zeit folgen.

Doch es kam alles anders als gedacht. In der Nacht vor unserem geplanten Aufbruch, brannte plötzlich mein Schiff die St. Georg. Wir konnten das Schiff zwar noch retten, die Reparaturmaßnahmen aber dauerten lange. Auch gab es keinen Grund für das plötzliche Auftreten der Flammen. Keiner meiner Männer war zu diesem Zeitpunkt an Bord und es brannte auch keines der Lichter am Schiff. Es konnte sich also nur um gezielte Sabotage handeln. Aber wer es gewesen sein könnte und warum er es getan hatte, konnte sich keiner meiner Männer und auch ich nicht erklären.

Deutlich später als geplant, stochen wir dann in See. Der König hatte uns noch ein zusätzliches Schiff zur Verfügung gestellt. Sein Name war Virgin-Queen und es schien auch noch aus der Zeit unser glorreichen Königin Elisabeth zu stammen, war aber ganz im Gegenteil zu meinem eher leichten Handelsschiff stark bewaffnet. Sicherer fühlte ich mich dadurch aber trotzdem nicht. Ich bekam mehr das Gefühl, dass diese Reise nicht so von statten gehen sollte, wie vorgesehen war.

Einige Tage auf See später erreichten wir dann die unbekannte Inselwelt. Ich war erneut ergriffen von der Schönheit und auch der Vielseitigkeit der Insel. Hier eine von schroffen Felsen und Geröll bestimmte Insel, dort eine Insel mit großen Wäldern und Weidelandschaften.

Doch plötzlich tauchten Segel am Horizont auf. Wir erkannten zwei Schiffe und ich dachte, dass mein Bruder unsere Ankunft bemerkt hätte und uns entgegen segeln würde. Aber als sie sich näherten, erkannten wir, dass die Schiffe keine Flagge gehisst hatten und stark bewaffnet waren.
Den Ernst der Lage erkennend, befahl ich sofort das Schiff nach Backbord zu wenden und zu fliehen. Die Virgin-Queen, die sich bisher immer ein kleines Stück hinter uns befanden hatte, brachte sich in Kampfstellung in einer Linie zwischen uns und den beiden Angreifern.
Doch Neptun war uns nicht hold. Die beiden angreifenden Schiffe hatten starken Wind von Achtern und kamen in einer atemraubenden Geschwindigkeit näher. Die Möglichkeit der Flucht war uns genommen.
Sobald unsere in Reichweite waren, donnerten die Geschütze der Virgin-Queen und der beiden feindlichen Schiffe.
Doch das Alter der Virgin-Queen wurde ihr zum Verhängnis. Die feindlichen Kanonen zerfetzten ihren Rumpf und das Schiff zerbarst und ging unter. Zum Glück aber konnte ich diese Zeit nutzen und erreichte einen deutlichen Abstand zu den Verfolgern.
Ich ließ eine kleine Insel ansteuern, in der Hoffnung sich hinter ihren hohen Klippen verstecken zu können. Fortuna sei dank gelang dies auch.
Aber die Insel selber war ganz und gar nicht vom Glück gesegnet. Jetzt aus der Nähe konnten wir verbrannte Holzhütten und ein Schiffswrack erkennen. Ich wollte die fast unumstößliche Tatsache nicht war haben, so wie es schien, war das Wrack die Star-of-the-Sea.

Ich verfluchte den Tag, als wir von England losgesegelt waren.

Die Sonne ist nun schon komplett untergegangen und zwei Matrosen entzünden gerade die Lichter der St. Georg.
Jetzt im Nachhinein erkenne ich mein Glück. Das Glück das unser
Leben rettete und uns Möglichkeit zur Rache gegeben hatte.
Ja Rache hatten wir genommen. Aber sie war noch nicht vollendet.
Erst in London wird die Gerechtigkeit siegen können.

Autor: Niklas A.

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